Die HPV Impfung ist ein wichtiges Thema für junge Menschen, das oft unterschätzt wird. Während sie vor allem für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen wird, stellt sich für viele junge Erwachsene, die diese Impfung im Kindesalter nicht erhalten haben, die Frage: Lohnt sich das auch für mich noch, wenn ich schon über 18 bin? In diesem Guide klären wir, was du über die HPV Impfung wissen musst, welche Kosten auf dich zukommen können und wann sie auch im späteren Alter noch sinnvoll ist.
- Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV Impfung für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren.
- Eine Nachholimpfung ist bis zum 18. Geburtstag Kassenleistung, danach oft Selbstzahler.
- Die HPV Impfung schützt primär vor Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen.
- Auch bei sexuell aktiven Personen kann die Impfung noch sinnvoll sein, da sie vor noch nicht erworbenen HPV-Typen schützt.
- Die Kosten für eine vollständige Impfserie liegen zwischen 350 € und 600 € (Stand: April 2026, je nach Impfstoff und Arzt).
Was ist die HPV Impfung?
Die HPV Impfung ist ein Schutz vor Humanen Papillomviren (HPV). Diese Viren sind weltweit verbreitet und werden hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen. Einige HPV-Typen können verschiedene Krebsarten verursachen, darunter Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs im Anal-, Mund- und Rachenbereich. Zudem sind sie für die Entstehung von Genitalwarzen verantwortlich. Die Impfung zielt darauf ab, den Körper gegen die häufigsten krebserregenden und Warzen verursachenden HPV-Typen zu immunisieren, bevor eine Infektion stattfindet. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind Impfstoffe wie Gardasil 9 gegen neun verschiedene HPV-Typen wirksam, während Cervarix vor den Typen 16 und 18 schützt (RKI, Stand: Mai 2026).
Für wen wird die HPV Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland empfiehlt die HPV Impfung standardmäßig für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Der optimale Zeitpunkt für die Impfung liegt vor dem ersten sexuellen Kontakt, da der Schutz am besten wirkt, wenn der Körper noch nicht mit HPV in Berührung gekommen ist (privat-patienten.de, Stand: Mai 2026). Für diejenigen, die die Impfung in diesem Alter verpasst haben, gibt es eine Nachholimpfung. Diese wird von den gesetzlichen Krankenkassen bis zum 18. Geburtstag übernommen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Impfung nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen schützt. Bei Männern kann HPV ebenfalls verschiedene Krebsarten (Analkrebs, Peniskrebs, Kopf-Hals-Krebs) sowie Genitalwarzen verursachen. Durch die Impfung von Jungen wird zudem die Verbreitung der Viren in der Bevölkerung reduziert, was auch ungeimpften Personen zugutekommt (Herdenschutz).
HPV Impfung über 18: Lohnt sich das noch?
Viele junge Erwachsene fragen sich, ob eine HPV Impfung über das 18. Lebensjahr hinaus noch sinnvoll ist. Die klare Antwort lautet: Ja, in vielen Fällen ist sie es. Auch wenn du bereits sexuell aktiv bist, kann die Impfung noch einen Schutz bieten. Der Grund: Es gibt viele verschiedene HPV-Typen. Selbst wenn du dich bereits mit einem oder mehreren Typen infiziert hast, kann die Impfung dich noch vor anderen, bisher nicht erworbenen Typen schützen, die ebenfalls krebserregend sein können.
Einige Studien, wie die des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), bestätigen, dass die Impfung das Krebs-Sterberisiko drastisch senken kann, selbst wenn sie später im Leben verabreicht wird (DKFZ, Stand: Februar 2026). Es ist ratsam, mit deiner Frauenärztin oder deinem Hausarzt darüber zu sprechen, ob eine Nachholimpfung für dich persönlich infrage kommt. Sie können dich über die individuellen Vorteile und Risiken aufklären. Auch für Personen über 30 kann die Impfung noch einen Mehrwert bieten, auch wenn die Schutzwirkung aufgrund einer höheren Wahrscheinlichkeit bereits bestehender Infektionen möglicherweise nicht mehr ganz so umfassend ist wie in jüngeren Jahren.
Kosten und Kostenübernahme der HPV Impfung
Die HPV Impfung besteht in der Regel aus zwei bis drei Dosen, je nach Alter bei der ersten Impfung. Die Kosten für eine vollständige Impfserie sind nicht unerheblich und können zwischen 350 € und 600 € liegen (Stand: April 2026). Diese setzen sich aus den Kosten für den Impfstoff selbst und dem Honorar für die ärztliche Verabreichung zusammen.
| Altersgruppe | STIKO-Empfehlung | Kostenübernahme (GKV) |
|---|---|---|
| 9–14 Jahre | Ja (Standard) | Ja (vollständig) |
| 15–17 Jahre | Ja (Nachholimpfung) | Ja (vollständig) |
| Ab 18 Jahre | Einzelfallprüfung / Individuelle Entscheidung | In der Regel nicht; bei Risiko-Indikation oder Kulanz möglich |
Für Personen über 18 Jahre übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel nicht mehr standardmäßig. Es gibt jedoch Ausnahmen: Einige Krankenkassen zeigen sich kulant und übernehmen die Kosten auf Antrag, insbesondere wenn eine medizinische Risiko-Indikation vorliegt oder im Rahmen von Satzungsleistungen. Es lohnt sich daher immer, direkt bei deiner Krankenkasse nachzufragen. Privatversicherte sollten ihre Vertragsbedingungen prüfen, da die HPV Impfung dort oft als Vorsorgeleistung abgedeckt ist.
HPV Impfung: Nebenwirkungen und Sicherheit
Wie jede Impfung kann auch die HPV Impfung Nebenwirkungen haben. Diese sind jedoch meist mild und vorübergehend. Zu den häufigsten gehören Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Gelegentlich können auch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder leichtes Fieber auftreten. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind extrem selten und das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfung wird von allen führenden Gesundheitsorganisationen als sehr positiv bewertet.
Die Sicherheit der HPV-Impfstoffe wurde in zahlreichen Studien weltweit umfassend untersucht und bestätigt. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) überwacht als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel kontinuierlich die Sicherheit und Wirksamkeit der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe. Die Impfstoffe sind gut verträglich und bieten einen langfristigen Schutz. Informationen zu möglichen Nebenwirkungen findest du auch in den Packungsbeilagen der jeweiligen Impfstoffe oder auf den Seiten des RKI (RKI, Stand: Mai 2026).
Schutz vor Krebs und Genitalwarzen
Der Hauptgrund für die HPV Impfung ist der Schutz vor HPV-bedingten Krebserkrankungen und Genitalwarzen. Humane Papillomviren sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs, der in Deutschland jährlich Tausende Frauen betrifft. Darüber hinaus können sie Analkrebs, Peniskrebs sowie bestimmte Kopf-Hals-Tumoren verursachen. Die Impfung schützt vor den HPV-Typen, die für etwa 70 bis 90 Prozent dieser Krebserkrankungen verantwortlich sind.
Neben dem Schutz vor Krebs bietet die Impfung auch einen effektiven Schutz vor Genitalwarzen, die durch bestimmte HPV-Typen verursacht werden. Diese Warzen sind zwar meist harmlos, können aber sehr unangenehm und psychisch belastend sein. Eine Impfung reduziert das Risiko, diese zu entwickeln, erheblich. Die langfristige Wirksamkeit der Impfung wurde in Studien über mehr als zehn Jahre nachgewiesen, was sie zu einer wichtigen Säule der Krebsprävention macht.
🛡️ Verbraucher-Check (Was bedeutet das für dich?)
Wenn du über 18 Jahre alt bist und die HPV Impfung bisher nicht erhalten hast, ist es ratsam, aktiv zu werden. Auch wenn die Kostenübernahme durch die Krankenkasse nicht mehr selbstverständlich ist, kann der Schutz vor Krebs und Genitalwarzen die Investition wert sein. Sprich offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deine individuelle Situation und die Möglichkeiten einer Kostenübernahme. Vorsorge ist hier der beste Weg, um langfristig gesund zu bleiben.
Häufige Fragen (FAQ)
Für wen ist eine HPV Impfung sinnvoll?
Die HPV Impfung ist laut STIKO für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren sinnvoll und wird empfohlen. Eine Nachholimpfung ist bis zum 18. Geburtstag Kassenleistung. Auch für junge Erwachsene über 18, die sexuell aktiv sind, kann die Impfung noch sinnvoll sein, da sie vor bisher nicht erworbenen HPV-Typen schützt und das Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen und Genitalwarzen reduziert. Sprich am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, um deine individuelle Situation zu besprechen.
Wie oft muss man gegen HPV geimpft sein?
Für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre sind in der Regel zwei Impfdosen notwendig, die im Abstand von mindestens fünf Monaten verabreicht werden. Ab dem 15. Geburtstag werden drei Dosen empfohlen. Der genaue Impfplan hängt vom verwendeten Impfstoff und deinem Alter bei der ersten Impfung ab. Deine Ärztin oder dein Arzt kann dir den genauen Zeitplan für deine HPV Impfung erläutern und sicherstellen, dass du den vollständigen Schutz erhältst.
Welche Nachteile hat die HPV Impfung?
Die HPV Impfung hat, wie jede Impfung, mögliche Nebenwirkungen. Diese sind jedoch meist mild und vorübergehend. Dazu gehören Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Gelegentlich können auch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder leichtes Fieber auftreten. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind extrem selten. Der Hauptnachteil für über 18-Jährige sind die Kosten, da die Krankenkassen die HPV Impfung dann oft nicht mehr übernehmen. Die Vorteile des Schutzes vor Krebs überwiegen die potenziellen Nachteile bei Weitem.
Ist die HPV Impfung auch für Erwachsene sinnvoll?
Ja, die HPV Impfung kann auch für Erwachsene sinnvoll sein, insbesondere wenn du noch nicht mit allen relevanten HPV-Typen in Kontakt gekommen bist. Sie schützt vor den HPV-Typen, die du noch nicht erworben hast, und reduziert so das Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen und Genitalwarzen. Auch wenn du bereits sexuell aktiv bist, ist ein Schutz vor neuen Infektionen möglich. Eine individuelle Beratung durch deine Ärztin oder deinen Arzt ist hierbei entscheidend, um den größten Nutzen für dich zu ermitteln.
Was kostet die HPV Impfung für über 18-Jährige?
Für Personen über 18 Jahre, bei denen die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werden, liegen die Gesamtkosten für eine vollständige HPV Impfung in Deutschland zwischen 350 € und 600 € (Stand: April 2026). Dieser Betrag umfasst die Kosten für den Impfstoff (mehrere Dosen) und die ärztliche Leistung für die Verabreichung. Es ist ratsam, vorab bei deiner Krankenkasse nach möglichen Kulanzregelungen oder einer Kostenbeteiligung zu fragen.
Schützt die HPV Impfung auch vor STI-Infektionen?
Die HPV Impfung schützt gezielt vor Humanen Papillomviren, die bestimmte Krebsarten und Genitalwarzen verursachen können. Sie schützt jedoch nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) wie Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis oder HIV. Deshalb bleiben Kondome der wichtigste Schutz vor einer Vielzahl von STI-Infektionen. Für umfassende Informationen zu verschiedenen STI Infektionen und deren Schutzmöglichkeiten findest du weitere Informationen bei uns.
