Du möchtest deine Beauty-Routine nachhaltiger gestalten und dich von schädlichem Kosmetik Mikroplastik verabschieden? Eine gute Entscheidung! Mikroplastik in Kosmetik ist nicht nur ein Problem für die Umwelt, sondern kann auch deine Haut unnötig belasten. Aber keine Sorge, es ist einfacher, als du denkst, die richtigen Produkte zu finden. Mit den richtigen Tipps und Tools kannst du bewusst einkaufen und einen positiven Beitrag leisten.
- Prüfe die INCI-Liste auf Begriffe wie Polyethylen, Acrylate und PEG.
- Die BUND Einkaufsratgeber-App identifiziert Kosmetik Mikroplastik per Barcode-Scan.
- Salz- oder Zuckerpeelings sind natürliche Alternativen zu plastikhaltigen Produkten.
- Naturkosmetik-Zertifikate wie BDIH oder NaTrue garantieren mikroplastikfreie Produkte.
- Ein EU-weites Verbot für bestimmte Mikroplastik-Partikel tritt schrittweise bis 2027 in Kraft (Verbraucherzentrale, Stand: August 2025).
Was ist Kosmetik Mikroplastik?
Kosmetik Mikroplastik bezeichnet feste, unlösliche Kunststoffpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind und in kosmetischen Mitteln als Peeling-Partikel, Füllstoffe oder Bindemittel eingesetzt werden. Diese winzigen Plastikteilchen gelangen nach der Anwendung ins Abwasser und können von Kläranlagen oft nicht vollständig herausgefiltert werden. Sie landen dann in Flüssen, Seen und Meeren und stellen dort eine erhebliche Umweltbelastung dar, da sie von Tieren aufgenommen werden und in die Nahrungskette gelangen können. Eine EU-Verordnung verbietet seit dem 17. Oktober 2023 den Einsatz von Mikroplastik als Peeling-Partikel (Microbeads) in ausspülbaren kosmetischen Mitteln. Ein vollständiges Verbot für weitere Anwendungen soll schrittweise bis 2027 folgen (Verbraucherzentrale, Stand: August 2025).
Warum ist Mikroplastik ein Problem?

Die Auswirkungen von Kosmetik Mikroplastik sind vielfältig und betreffen sowohl die Umwelt als auch potenziell unsere Gesundheit. Einmal in der Umwelt, verbleibt Mikroplastik dort über Hunderte von Jahren, da es nicht biologisch abbaubar ist. Es zersetzt sich lediglich in immer kleinere Partikel. Meerestiere verwechseln die Plastikteilchen mit Nahrung, nehmen sie auf und können dadurch Schaden nehmen (NABU, Stand: 2023). Das kann zu inneren Verletzungen, Hungergefühlen trotz vollem Magen und einer verminderten Fortpflanzungsfähigkeit führen.
Doch nicht nur die Partikel selbst sind problematisch. Mikroplastik hat die Eigenschaft, Umweltgifte wie Pestizide oder PCB an sich zu binden. Diese Schadstoffe werden dann zusammen mit dem Plastik von Tieren aufgenommen und können sich in der Nahrungskette anreichern. Über Fische und andere Meeresfrüchte kann Mikroplastik so auch auf unseren Tellern landen. Auch wenn das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aktuell davon ausgeht, dass Mikroplastik in Kosmetik nicht direkt schädlich für den Menschen ist, da die Partikel zu groß für eine Aufnahme über die Haut sind (Wildschön, Stand: 2024), ist die Langzeitwirkung der aufgenommenen Substanzen noch nicht vollständig erforscht. Es ist daher ratsam, auf Produkte ohne Mikroplastik zu setzen.
Mikroplastik in Kosmetik erkennen: Die INCI-Liste
Der erste Schritt zu einer mikroplastikfreien Beauty-Routine ist das genaue Lesen der Inhaltsstoffe. Jedes Kosmetikprodukt muss eine sogenannte INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) tragen. Hier sind alle verwendeten Stoffe in absteigender Reihenfolge ihres Anteils aufgeführt. Leider sind die Begriffe für Kosmetik Mikroplastik nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.
| Häufige Mikroplastik-Begriffe (INCI) | Was sie bedeuten | Vorkommen in Produkten |
|---|---|---|
| Polyethylen (PE) | Feste Kunststoffpartikel | Peelings, Duschgele, Zahnpasta |
| Polypropylen (PP) | Feste Kunststoffpartikel | Dekorative Kosmetik, Shampoos |
| Polyethylenterephthalat (PET) | Feste Kunststoffpartikel | Glitzer, Lippenstifte |
| Nylon-12, Nylon-6 | Feste Kunststoffpartikel (Polyamide) | Puder, Rouge, Lidschatten |
| Acrylate Copolymer (ACR) | Flüssige oder gelartige Kunststoffe | Haargel, Mascara, Nagellack |
| Carbomer | Flüssige oder gelartige Kunststoffe | Cremes, Lotionen, Gele |
| PEG (Polyethylenglykol) | Flüssige Kunststoffe (Emulgatoren) | Shampoos, Duschgele, Cremes |
Die Liste ist lang und es ist schwierig, sich alle Begriffe zu merken. Aber die wichtigsten, die auf festes Kosmetik Mikroplastik hinweisen, sind die mit „Poly-“ beginnenden Stoffe wie Polyethylen, Polypropylen oder Polyethylenterephthalat. Auch verschiedene Acrylate und Carbomere sind Kunststoffe, die in Kosmetikprodukten vorkommen können. Die Verbraucherzentrale Hessen bietet eine detaillierte Liste, um dir beim Erkennen zu helfen (Verbraucherzentrale Hessen, Stand: Januar 2024).
BUND Einkaufsratgeber-App: Dein schneller Check
Wenn du nicht jedes Mal die INCI-Liste studieren möchtest, gibt es eine praktische Hilfe: die „ToxFox“ App vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Diese kostenlose App ermöglicht es dir, den Barcode von Kosmetikprodukten zu scannen. Innerhalb von Sekunden zeigt sie dir an, ob das Produkt Mikroplastik oder andere bedenkliche Inhaltsstoffe enthält. Die App greift auf eine umfangreiche Datenbank zurück und wird regelmäßig aktualisiert, um dir den Einkauf von Kosmetik Mikroplastik-frei zu erleichtern.
Ähnliche Funktionen bieten auch andere Apps wie Codecheck, die dir nicht nur bei Kosmetika, sondern auch bei Lebensmitteln und anderen Produkten helfen kann, unerwünschte Inhaltsstoffe zu identifizieren (AOK, Stand: Juni 2021). Solche Tools sind besonders nützlich, wenn du unterwegs bist und schnell eine Entscheidung treffen musst. Sie sind eine zuverlässige Unterstützung, um Greenwashing-Versuche zu durchschauen und wirklich nachhaltige Produkte zu wählen.
Natürliche Alternativen für Peelings und Duschgele
Gerade bei Produkten wie Peelings und Duschgelen, die oft mit Mikroplastikpartikeln angereichert sind, gibt es einfache und effektive natürliche Alternativen. Für Peelings kannst du zum Beispiel auf Produkte setzen, die natürliche Schleifpartikel enthalten. Dazu gehören:
- Salz oder Zucker: Viele Naturkosmetikmarken verwenden feines Salz oder Zucker als Peeling-Basis. Diese lösen sich im Wasser auf und belasten die Umwelt nicht.
- Gemahlene Fruchtkerne oder Nussschalen: Auch natürliche Partikel wie gemahlene Aprikosenkerne oder Olivenkerne sind eine gute Wahl.
- Heilerde oder Kaffee: Diese natürlichen Produkte reinigen die Haut sanft und sind vollständig biologisch abbaubar.
Bei Duschgelen ist der Umstieg auf zertifizierte Naturkosmetik der einfachste Weg, Kosmetik Mikroplastik zu vermeiden. Naturkosmetiksiegel wie NaTrue, BDIH oder Ecocert garantieren, dass keine synthetischen Polymere oder andere Kunststoffe verwendet werden. Auch feste Seifenstücke oder Duschbars sind oft eine gute plastikfreie Option, da sie in der Regel ohne flüssige Kunststoffe auskommen und zudem Verpackungsmüll reduzieren.
Make-up ohne Mikroplastik: Eine Herausforderung
Bei dekorativer Kosmetik wie Make-up, Puder, Lippenstift oder Mascara ist es oft schwieriger, vollständig auf Kosmetik Mikroplastik zu verzichten. Hier werden Kunststoffe häufig als Bindemittel, Füllstoffe oder zur Verbesserung der Haltbarkeit eingesetzt. Insbesondere flüssige Polymere, die nicht unter das aktuelle Verbot fallen, können hier noch enthalten sein. Begriffe wie „Acrylates Copolymer“, „Carbomer“ oder verschiedene „PEG-Derivate“ sind hier häufig zu finden. Eine vollständige Liste findest du beispielsweise beim BUND auf deren Webseite.
Dennoch gibt es auch im Bereich Make-up immer mehr Anbieter, die auf synthetische Polymere verzichten. Achte auch hier auf Naturkosmetik-Zertifikate oder nutze die bereits erwähnten Apps, um Produkte zu scannen. Einige Marken haben sich darauf spezialisiert, Make-up ohne jegliche Kunststoffe anzubieten. Es erfordert vielleicht etwas mehr Recherche, aber der Markt für nachhaltige Make-up-Produkte wächst stetig.
Beratungsstellen und Entsorgung von mikroplastikhaltiger Kosmetik
Wenn du dir unsicher bist, welche Produkte Mikroplastik enthalten oder wie du deinen Konsum noch nachhaltiger gestalten kannst, bieten die Verbraucherzentralen in Deutschland umfassende Beratung an. Sie informieren über Inhaltsstoffe, geben Tipps zum umweltfreundlichen Einkauf und klären über aktuelle Gesetzgebungen zum Kosmetik Mikroplastik auf. Die Beratung ist oft kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr erhältlich.
Produkte, die bereits Mikroplastik enthalten und die du nicht mehr verwenden möchtest, solltest du nicht einfach in den Abfluss kippen. Entsorge sie stattdessen im Restmüll. Die Kläranlagen können feste Mikroplastikpartikel zwar nicht immer vollständig herausfiltern, aber der Restmüll wird in der Regel verbrannt, wodurch die Partikel nicht direkt in die Umwelt gelangen. Einige Städte bieten auch spezielle Wertstoffhöfe oder Schadstoffsammlungen an, wo du solche Produkte umweltgerecht abgeben kannst. Informiere dich dazu bei deiner lokalen Abfallwirtschaft.
🛡️ Verbraucher-Check (Was bedeutet das für dich?)
Für dich als junge:n Verbraucher:in bedeutet das Thema Kosmetik Mikroplastik vor allem: Du hast die Macht, durch deine Kaufentscheidungen einen Unterschied zu machen. Mit der INCI-Liste und praktischen Apps wie der BUND Einkaufsratgeber-App hast du die Tools in der Hand, um verstecktes Plastik zu erkennen. Gerade bei Peelings und Duschgelen ist der Umstieg auf natürliche Alternativen oder zertifizierte Naturkosmetik unkompliziert und wirkungsvoll. Bei Unsicherheiten hilft die Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de) kostenlos weiter.
Häufige Fragen (FAQ)
In welchen Kosmetika ist Mikroplastik?
Mikroplastik findet sich in einer Vielzahl von Kosmetikprodukten. Besonders häufig war es in Peelings, Duschgelen und Zahnpasta als Schleifmittel enthalten. Aber auch in Make-up, wie zum Beispiel in Pudern, Rouge, Lidschatten, Lippenstiften und Mascara, kann Kosmetik Mikroplastik als Füllstoff oder Bindemittel eingesetzt werden. Selbst in Shampoos, Cremes und Lotionen können flüssige Polymere oder synthetische Wachse vorkommen, die als Kunststoffe gelten. Seit Oktober 2023 sind Peeling-Partikel in ausspülbaren Produkten verboten, aber viele andere Formen von Mikroplastik sind weiterhin erlaubt.
Welche Kosmetik ist frei von Mikroplastik?
Um sicherzustellen, dass deine Kosmetik frei von Kosmetik Mikroplastik ist, solltest du auf zertifizierte Naturkosmetik setzen. Siegel wie NaTrue, BDIH oder Ecocert garantieren, dass keine synthetischen Polymere oder Kunststoffe verwendet werden. Auch Produkte, die explizit mit „mikroplastikfrei“ oder „plastikfrei“ beworben werden, sind eine gute Wahl, solange du die Inhaltsstoffe zusätzlich prüfst. Apps wie die BUND Einkaufsratgeber-App („ToxFox“) können dir ebenfalls schnell und zuverlässig Auskunft geben, ob ein Produkt Kunststoffe enthält.
Wo steckt am meisten Mikroplastik drin?
Historisch gesehen steckte am meisten festes Kosmetik Mikroplastik in Peelings und Duschgelen, wo es als Schleifmittel fungierte. Durch das EU-Verbot von Oktober 2023 ist dies jedoch stark zurückgegangen. Heute finden sich Kunststoffe, insbesondere in flüssiger oder gelartiger Form, noch häufig in dekorativer Kosmetik wie Make-up, Mascara und Lippenstiften. Auch in Haargelen, Cremes und Lotionen werden Polymere oft als Bindemittel oder zur Verbesserung der Konsistenz eingesetzt. Die genaue Konzentration und Art des Mikroplastiks variiert stark je nach Produkt und Hersteller.
Ist Naturkosmetik immer ohne Mikroplastik?
Ja, zertifizierte Naturkosmetik ist in der Regel immer ohne Kosmetik Mikroplastik. Die strengen Richtlinien der Naturkosmetik-Siegel (z.B. NaTrue, BDIH, Ecocert) verbieten den Einsatz von synthetischen Polymeren und anderen Kunststoffen. Das gilt sowohl für feste Mikroplastikpartikel als auch für flüssige oder gelartige Polymere. Wenn du also auf Nummer sicher gehen möchtest, ist der Griff zu zertifizierten Naturkosmetikprodukten die zuverlässigste Methode, um mikroplastikfreie Kosmetik zu finden und einen Beitrag zum nachhaltigen Konsum zu leisten.
Welche Inhaltsstoffe zeigen Mikroplastik in Kosmetik an?
Auf der INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) gibt es mehrere Begriffe, die auf Kosmetik Mikroplastik oder andere Kunststoffe hinweisen. Achte besonders auf Inhaltsstoffe, die mit „Poly-“ beginnen, wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET) oder Polyamide (z.B. Nylon-12, Nylon-6). Auch Acrylate Copolymer (ACR), Carbomer und verschiedene PEG-Derivate sind synthetische Polymere. Eine vollständige Liste findest du beispielsweise in der BUND Einkaufsratgeber-App, die dir das Erkennen dieser Stoffe erleichtert.
Gibt es ein Verbot für Mikroplastik in Kosmetik?
Ja, es gibt bereits ein EU-weites Verbot für bestimmte Arten von Kosmetik Mikroplastik. Seit dem 17. Oktober 2023 dürfen keine Mikroplastik-Partikel mehr als Peeling-Zusatz in ausspülbaren oder abzuspülenden kosmetischen Mitteln (z.B. Duschgelen, Peelings, Zahnpasta) verwendet werden. Dieses Verbot ist Teil einer umfassenderen EU-Verordnung, die den Einsatz von synthetischen Polymer-Mikropartikeln generell einschränken soll. Weitere Verbote für andere Anwendungen und Produktkategorien treten schrittweise bis 2027 in Kraft (EU-Verordnung 2023/1542, Stand: Juli 2023). Es ist also ein fortlaufender Prozess, der darauf abzielt, Mikroplastik aus Kosmetikprodukten zu eliminieren.
