Die erste eigene Wohnung ist für viele junge Erwachsene ein großer Schritt. Wenn du diesen Schritt nicht allein gehen möchtest, ist eine Wohngemeinschaft – kurz WG – die perfekte Lösung. Eine WG gründen bietet nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen und das WG-Leben gemeinsam zu gestalten. Doch wie funktioniert das eigentlich? Dieser Guide führt dich durch die wichtigsten Schritte, von der Wohnungssuche bis zum Zusammenleben, damit deine WG-Gründung ein voller Erfolg wird.
- Die Mindestgröße pro Person in einer WG beträgt oft 12-15 m² (Stand: 2026, Quelle: Mietspiegel-Empfehlungen).
- Ein gemeinsamer Mietvertrag für alle Hauptmieter ist die gängigste Form bei der WG-Gründung.
- Ein interner WG-Vertrag regelt Pflichten wie Putzplan und gemeinsame Kasse.
- Die Hausratversicherung sollte jeder Mitbewohner individuell abschließen.
Was ist WG gründen?
Eine WG gründen bedeutet, eine Wohnung gemeinsam mit anderen Personen anzumieten und darin zu leben. Dies unterscheidet sich von der Untermiete, bei der ein Hauptmieter Zimmer an andere vergibt. Bei einer WG-Gründung sind in der Regel alle Bewohner Hauptmieter oder es gibt ein klares Hauptmieter-Untermieter-Verhältnis, das vertraglich geregelt ist. Ziel ist es, die Kosten für Miete und Nebenkosten zu teilen und oft auch eine soziale Gemeinschaft zu bilden. Gerade für Studierende, Auszubildende oder junge Berufseinsteiger ist die WG eine beliebte Wohnform in Städten wie Berlin, da sie bezahlbaren Wohnraum und soziale Anbindung bietet.
Schritt 1: Die richtige Wohnung finden

Der erste und oft schwierigste Schritt beim WG gründen ist die Wohnungssuche. Eine WG braucht mehr Platz als eine Einzelwohnung. Achte auf die Anzahl der Zimmer und die Größe der Gemeinschaftsflächen. Als Faustregel gilt, dass pro Person mindestens 12 bis 15 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen sollten (Stand: 2026, Quelle: Empfehlungen Deutscher Mieterbund). Das umfasst sowohl private Zimmer als auch anteilige Gemeinschaftsflächen wie Küche und Bad.
Berücksichtige bei der Suche folgende Punkte:
- Anzahl der Zimmer: Jedes WG-Mitglied sollte ein eigenes Zimmer haben. Ein zusätzliches Gemeinschaftszimmer ist ein Plus.
- Lage und Anbindung: Wie gut ist die Wohnung an öffentliche Verkehrsmittel angebunden? Sind Supermärkte, Unis oder Arbeitsplätze gut erreichbar?
- Kosten: Berechne die Warmmiete pro Kopf und stelle sicher, dass sie für alle tragbar ist. Denke an Nebenkosten wie Strom, Wasser und Internet.
- Ausstattung: Ist die Küche bereits ausgestattet? Gibt es eine Waschmaschine? Solche Details können die Anfangsinvestitionen erheblich beeinflussen.
Schritt 2: Vermieter überzeugen
Vermieter bevorzugen oft Einzelmieter, da sie weniger Aufwand und ein geringeres Risiko vermuten. Um als WG gründen erfolgreich zu sein, müsst ihr den Vermieter von eurer Zuverlässigkeit überzeugen. Das gelingt am besten mit einer gemeinsamen Bewerbungsmappe. Diese sollte enthalten:
- WG-Steckbrief: Stellt euch als Gruppe vor. Wer seid ihr, was macht ihr beruflich oder studiert ihr? Betont eure gemeinsamen Interessen und eure Verantwortungsbereitschaft.
- Schufa-Auskunft: Jedes WG-Mitglied sollte eine aktuelle Schufa-Auskunft vorlegen (meineschufa.de).
- Einkommensnachweise: Legt Gehaltsnachweise oder Bürgschaften der Eltern vor. Das beweist, dass die Miete sicher gezahlt werden kann.
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Falls ihr schon einmal Mieter wart, ist eine Bescheinigung des Vorvermieters Gold wert.
Seid beim Besichtigungstermin geschlossen und freundlich. Zeigt, dass ihr euch gut versteht und ein harmonisches Zusammenleben plant. Ein positives Auftreten kann den Ausschlag geben.
Schritt 3: Das optimale Vertragsmodell wählen
Beim WG gründen gibt es verschiedene Vertragsmodelle. Jedes hat Vor- und Nachteile, besonders in Bezug auf Haftung und Kündigung. Hier die gängigsten Modelle:
| Modell | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Alle Hauptmieter | Alle WG-Mitglieder unterschreiben den Mietvertrag als Hauptmieter. | Alle haben gleiche Rechte und Pflichten gegenüber dem Vermieter. | Alle haften gesamtschuldnerisch; Kündigung nur gemeinsam möglich. |
| Ein Hauptmieter, Rest Untermieter | Eine Person ist Hauptmieter und vermietet Zimmer an andere unter. | Hauptmieter kann leichter Mitbewohner wechseln; Vermieter hat nur einen Ansprechpartner. | Hauptmieter trägt die volle Verantwortung und das Risiko. |
| Einzelne Mietverträge | Jedes WG-Mitglied hat einen eigenen Mietvertrag mit dem Vermieter. | Jeder haftet nur für sich; Kündigung des Einzelzimmers ist möglich. | Selten, da Vermieter oft nur einen Vertragspartner wollen. |
Das Modell „Alle Hauptmieter“ ist die gängigste Form beim WG gründen. Hier haften alle gesamtschuldnerisch, was bedeutet, dass der Vermieter die gesamte Miete von jedem einzelnen Mieter fordern kann, wenn die anderen nicht zahlen. Eine Kündigung ist dann auch nur gemeinsam möglich. Für eine detaillierte Beratung zum Mietvertrag empfiehlt sich der Deutsche Mieterbund (mieterbund.de).
Schritt 4: Passende Mitbewohner finden
Die Wahl der Mitbewohner ist entscheidend für ein harmonisches WG-Leben. Wenn du eine WG gründen möchtest, aber noch Mitbewohner suchst, gibt es verschiedene Wege:
- Freundeskreis: Die einfachste Option ist, mit Freunden zusammenzuziehen. Hier kennt man sich bereits, was die Anfangsphase erleichtert.
- Online-Portale: Plattformen wie WG-Gesucht.de (wg-gesucht.de) oder Facebook-Gruppen sind ideal, um neue Leute zu finden. Erstelle ein detailliertes Inserat, das eure Erwartungen und euren Lebensstil beschreibt.
- WG-Castings: Lade potenzielle Mitbewohner zu einem Treffen ein. Das gibt euch die Möglichkeit, euch persönlich kennenzulernen und zu sehen, ob die Chemie stimmt. Stellt Fragen zu Putzgewohnheiten, Essensvorlieben, Schlafzeiten und Erwartungen an das WG-Leben.
Seid ehrlich zueinander und sprecht offen über Erwartungen und Vorstellungen. Ein harmonisches Miteinander ist wichtiger als nur die finanzielle Seite.
Schritt 5: Internen WG-Vertrag aufsetzen
Zusätzlich zum Mietvertrag mit dem Vermieter ist ein interner WG-Vertrag oder eine WG-Vereinbarung sinnvoll. Dieser regelt das Zusammenleben und beugt Streitigkeiten vor. Hier einige Punkte, die ihr festhalten solltet:
- Mietanteile: Legt fest, wer wie viel Miete zahlt. Berücksichtigt dabei die Größe der Zimmer.
- Nebenkosten: Wie werden Strom, Wasser, Internet und Heizung aufgeteilt? Meist geschieht dies anteilig nach Kopf.
- Putzplan: Erstellt einen verbindlichen Putzplan für Gemeinschaftsräume wie Küche, Bad und Flur.
- Gemeinschaftskasse: Für gemeinsame Ausgaben (Putzmittel, Klopapier, Lebensmittel) ist eine Gemeinschaftskasse oder ein WG-Konto sinnvoll.
- Regeln für Gäste: Wie oft dürfen Gäste über Nacht bleiben? Gibt es Ruhezeiten?
- Kündigungsfristen: Was passiert, wenn ein Mitbewohner ausziehen möchte? Wie findet man einen Nachmieter?
Ein solcher Vertrag ist zwar nicht rechtlich bindend wie ein Mietvertrag, schafft aber Klarheit und Verbindlichkeit im Alltag. Für die Erstellung eines solchen Vertrages kann die Verbraucherzentrale hilfreiche Muster anbieten.
Schritt 6: Gemeinsames WG-Leben organisieren
Eine WG gründen ist mehr als nur eine Wohnung teilen; es ist auch ein soziales Projekt. Um das Zusammenleben reibungslos zu gestalten, sind Kommunikation und Organisation das A und O.
- Regelmäßige WG-Meetings: Trefft euch einmal im Monat, um anstehende Themen zu besprechen, Probleme zu lösen oder gemeinsame Aktivitäten zu planen.
- Putzplan-App: Eine App kann helfen, den Putzplan zu verwalten und Verantwortlichkeiten klar zuzuordnen.
- Gemeinschaftliche Aktivitäten: Kochabende, Filmabende oder gemeinsame Ausflüge stärken den Zusammenhalt und machen das WG-Leben schöner.
- Offene Kommunikation: Sprecht Probleme direkt an, bevor sie sich zu größeren Konflikten entwickeln. Respektiert die Privatsphäre der anderen.
Schritt 7: Versicherungen in der WG
Beim WG gründen solltest du auch an den Versicherungsschutz denken. Einige Versicherungen sind für jeden Mitbewohner einzeln sinnvoll, andere können gemeinsam abgeschlossen werden:
- Hausratversicherung: Diese Versicherung schützt das Inventar der Wohnung (Möbel, Elektrogeräte) vor Schäden durch Feuer, Wasser, Einbruch oder Sturm. Jedes WG-Mitglied sollte eine eigene Hausratversicherung abschließen, die den Wert des eigenen Hausrats abdeckt. Alternativ kann eine gemeinsame Hausratversicherung mit einer hohen Deckungssumme abgeschlossen werden, die alle WG-Bewohner als Versicherte listet (Stand: 2026, Quelle: Stiftung Warentest).
- Haftpflichtversicherung: Eine private Haftpflichtversicherung ist unerlässlich. Sie zahlt, wenn du versehentlich Schäden bei anderen verursachst – auch in der WG. Wenn du zum Beispiel das Tablet deines Mitbewohners fallen lässt, deckt deine Haftpflicht den Schaden ab. Jedes WG-Mitglied sollte eine eigene Haftpflichtversicherung haben.
- Rechtsschutzversicherung: Eine Rechtsschutzversicherung kann hilfreich sein, wenn es zu rechtlichen Streitigkeiten kommt, zum Beispiel mit dem Vermieter. Dies ist besonders relevant, wenn ihr als Hauptmieter gemeinsam im Vertrag steht.
Es lohnt sich, die verschiedenen Angebote zu vergleichen und auf die genauen Leistungen zu achten. Die Stiftung Warentest bietet hierzu regelmäßig aktuelle Tests und Vergleiche an.
Schritt 8: Ein gemeinsames WG-Konto einrichten
Um gemeinsame Ausgaben wie Miete, Nebenkosten, Internet, Putzmittel oder Lebensmittel zu verwalten, ist ein gemeinsames WG-Konto eine praktische Lösung. So vermeidet ihr Diskussionen über offene Beträge und behaltet den Überblick. Viele Banken bieten spezielle Gemeinschaftskonten an, die sich ideal für WGs eignen.
Vorteile eines WG-Kontos:
- Transparenz: Alle Ein- und Ausgaben sind für jeden Mitbewohner sichtbar.
- Einfache Abrechnung: Miete und Nebenkosten können direkt vom WG-Konto abgebucht werden.
- Gleichberechtigung: Alle haben Zugriff auf das Konto und können Zahlungen tätigen.
Achtet darauf, ein Konto ohne hohe Gebühren zu wählen. Einige Online-Banken bieten kostenlose Gemeinschaftskonten an. Informiert euch bei eurer Bank über die Konditionen.
🛡️ Verbraucher-Check (Was bedeutet das für dich?)
Eine WG gründen ist eine hervorragende Möglichkeit, die Kosten zu teilen und gleichzeitig ein soziales Umfeld zu schaffen. Achte besonders auf den Mietvertrag: Stehst du als Hauptmieter drin, haftest du auch für die anderen. Kläre interne Regeln frühzeitig in einem WG-Vertrag, um Konflikte zu vermeiden. Bei Unklarheiten zu Mietrecht oder Versicherungen hilft der Mieterbund (mieterbund.de) oder die Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de) – das ist eine gute Investition in dein stressfreies WG-Leben.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann man einfach so eine WG gründen?
Grundsätzlich ja, aber es gibt einige wichtige Schritte zu beachten. Du musst eine passende Wohnung finden, den Vermieter überzeugen und einen Mietvertrag abschließen. Außerdem solltest du dir überlegen, mit wem du zusammenleben möchtest und interne Regeln für das Zusammenleben festlegen. Eine gute Planung ist entscheidend, damit deine WG gründen reibungslos funktioniert und du lange Freude an deiner Wohngemeinschaft hast.
Was sind Nachteile einer WG?
Eine WG bietet viele Vorteile, hat aber auch Nachteile. Dazu gehören potenzielle Konflikte beim Putzplan, unterschiedliche Lebensgewohnheiten oder Meinungsverschiedenheiten bei der Aufteilung gemeinsamer Kosten. Auch die Privatsphäre kann eingeschränkt sein. Besonders im Mietvertrag als Hauptmieter haftest du oft gesamtschuldnerisch für die gesamte Miete. Eine offene Kommunikation und klare Regeln helfen jedoch, diese Nachteile beim WG gründen zu minimieren.
Ist eine WG steuerpflichtig?
In der Regel nicht. Eine WG-Konstellation mit Freunden gilt in Deutschland meist als private Lebensführung und ist daher nicht steuerpflichtig. Wenn du jedoch ein Zimmer in deiner WG untervermietest und damit Gewinne erzielst, könnten diese Einnahmen steuerpflichtig sein. Als Mieter kannst du deine eigene Miete anteilig als Werbungskosten absetzen, wenn du die Wohnung beruflich nutzt (z.B. als Arbeitszimmer). Informiere dich bei einem Steuerberater, wenn du unsicher bist, welche Regelungen beim WG gründen für dich gelten.
Was muss man bei einer WG-Gründung beachten?
Bei einer WG-Gründung gibt es viele Aspekte zu berücksichtigen. Neben der Wohnungssuche und der Wahl der Mitbewohner sind der Mietvertrag (wer ist Hauptmieter?), ein interner WG-Vertrag mit Regeln für das Zusammenleben (Putzplan, Gemeinschaftskasse) und passende Versicherungen (Hausrat, Haftpflicht) entscheidend. Auch ein gemeinsames WG-Konto kann sinnvoll sein, um Ausgaben transparent zu verwalten. Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass deine WG gründen erfolgreich verläuft und ihr als Gemeinschaft gut zusammenlebt.
Wie finde ich eine WG-taugliche Wohnung?
Eine WG-taugliche Wohnung zeichnet sich durch ausreichend viele Zimmer und großzügige Gemeinschaftsflächen aus. Achte auf eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die Nähe zu Supermärkten, Unis oder Arbeitsplätzen. Die Warmmiete pro Kopf sollte für alle Mitbewohner tragbar sein. Beim WG gründen ist es wichtig, dass du die Bedürfnisse aller zukünftigen Bewohner berücksichtigst und eine Wohnung wählst, die ein harmonisches Zusammenleben ermöglicht.
Was ist ein interner WG-Vertrag?
Ein interner WG-Vertrag ist eine Vereinbarung zwischen den Mitbewohnern, die das Zusammenleben regelt. Er ergänzt den eigentlichen Mietvertrag mit dem Vermieter. Darin können Punkte wie die Aufteilung der Miete und Nebenkosten, ein Putzplan, Regeln für Gäste, die Führung einer Gemeinschaftskasse oder das Vorgehen bei einem Auszug festgehalten werden. Ein solcher Vertrag ist zwar nicht rechtlich bindend wie ein Mietvertrag, schafft aber Klarheit und beugt Missverständnissen und Streitigkeiten vor, wenn du eine WG gründen möchtest.
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